Zoom-Müdigkeit: Was sie verursacht und wie du sie reduzierst

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Mai 6, 2025

Während der COVID-19-Lockdowns und eingeschränkter sozialer Kontakte verlagerten sich weltweit Milliarden persönlicher Treffen auf digitale Kommunikation, vor allem auf Videokonferenzen. 2020 erlebten Plattformen wie Zoom, Microsoft Teams und Cisco Webex einen massiven Aufschwung, weil sie eine Alternative boten, die dem Gespräch von Angesicht zu Angesicht nahekam.

Kurz erklärt: Zoom-Fatigue (Zoom-Müdigkeit) ist die mentale und körperliche Erschöpfung durch häufige, lange Videocalls. Ursachen sind unter anderem intensiver Augenkontakt, erhöhte kognitive Belastung, die Selbstansicht und eingeschränkte Bewegung. Gegensteuern kannst du mit regelmäßigen Pausen, ausgeblendeter Selbstansicht, Audio-Phasen und flexibleren Meeting-Formaten.

Inhaltsübersicht

  1. Was ist Zoom-Müdigkeit?
  2. Was verursacht Zoom-Müdigkeit?
  3. Zoom-Müdigkeit in der Online-Psychotherapie
  4. Wie du Zoom-Müdigkeit reduzierst
  5. Häufige Fragen
  6. Digital Samba für die virtuelle Therapie

Was ist Zoom-Müdigkeit?

Zoom-Fatigue – oder Zoom-Müdigkeit – beschreibt ein wachsendes Phänomen mentaler Erschöpfung durch häufige Videokonferenzen.

Videokonferenzen brachten viele Vorteile mit sich, etwa geringere Reisekosten und weniger Umweltbelastung, da sich Fernarbeit und virtueller Austausch etablierten. Diese Werkzeuge erleichterten die laufende Kommunikation, brachten aber auch neue Herausforderungen. Für den Stress langer Videogespräche hat sich ein eigener Begriff gebildet – die virtuelle Müdigkeit, genauer die Zoom-Müdigkeit –, der die besondere Erschöpfung dieser neuen digitalen Routine beschreibt.

Zoom-Müdigkeit entsteht durch übermäßige Videokonferenzen, die kognitiv und emotional stark belasten. Auf Basis von Theorien aus Verhaltens- und Neurowissenschaft haben Forschende einen Rahmen vorgeschlagen, der erklärt, warum Videoanrufe anstrengend sein können – unter anderem mit der Theorie der Natürlichkeit von Medien. Menschen, die täglich stundenlang in Videocalls arbeiten, berichten, wie stark das ihre mentalen Ressourcen beansprucht. Videoanrufe sind für geschäftliche und soziale Kontinuität wichtig, bringen aber unerwartete Stressfaktoren mit sich, die man angehen sollte. Das wachsende Bewusstsein dafür zeigt, wie nötig Strategien sind, die die negativen Auswirkungen langer Videokonferenzen auf das Wohlbefinden verringern.

Was verursacht Zoom-Müdigkeit?

Diese Müdigkeit zeigt viele Symptome – körperliche, kognitive und emotionale – und war Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Studien, die ihre Ursachen und Auswirkungen untersucht haben.

Hauptursachen der Zoom-Müdigkeit

Intensiver Augenkontakt

Anhaltender, enger Augenkontakt in Videogesprächen kann unnatürlich und anstrengend sein. Bailenson (2021) hob hervor, dass wir in Videocalls oft sehr intensiven Blickkontakt halten müssen, was im Vergleich zu persönlichen Gesprächen Stress auslösen kann. Anders als im realen Gespräch, in dem die Blicke dynamischer sind, simulieren Videoanrufe ein unnatürliches Maß an dauerhaftem Augenkontakt.

Kognitive Belastung

In Videogesprächen müssen Teilnehmer nonverbale Hinweise wie Körpersprache und Mimik in einem begrenzten Bildausschnitt verarbeiten, was mehr geistige Anstrengung erfordert. Eine Studie von Fauville et al. (2021) ergab, dass die Deutung nonverbaler Signale im Videocall mehr kognitive Ressourcen verlangt als ein Gespräch vor Ort. Diese Belastung kann das Gehirn mit der Zeit ermüden.

Selbstwahrnehmung und „Spiegelangst"

Sich über längere Zeit selbst auf dem Bildschirm zu sehen, führt zu Selbstbewusstsein und Ablenkung. Forschende fanden, dass diese Selbstfokussierung Stress erhöhen und den emotionalen Zustand negativ beeinflussen kann (Döring et al., 2022). Sich ständig selbst zu beobachten, während man ein Gespräch führt, kann Selbstkritik verstärken und zur Müdigkeit beitragen.

Eingeschränkte Bewegung

In Videocalls müssen Teilnehmer oft eine feste Position halten, um im Kamerabild zu bleiben – das schränkt natürliche Bewegungen und Haltungswechsel ein. Laut Bailenson (2021) kann diese Einschränkung körperliche Belastung verursachen und zur Ermüdung beitragen. Vor Ort bewegen sich Menschen freier; in Videokonferenzen führt die Bewegungsarmut mit der Zeit zu Beschwerden.

Erhöhter Leistungsdruck

Videoanrufe können das Gefühl vermitteln, „auf der Bühne" zu stehen: Teilnehmer fühlen sich gezwungen, durchgehend aufmerksam und aktiv zu wirken. Eine Studie von Shockley et al. (2021) legt nahe, dass dieser Druck zu Leistungsangst und geistiger Erschöpfung führen kann, weil man sich ständig beobachtet fühlt.

Die Forschung zeigt auch, dass Müdigkeit durch virtuelle Meetings die Produktivität senken, das Stressniveau erhöhen und ein Gefühl des Ausgebranntseins fördern kann. Eine Studie von Wiederhold (2020) wies etwa auf mögliche langfristige psychische Folgen hin, wie vermindertes Wohlbefinden und erhöhte Ängstlichkeit. Wer die Ursachen kennt, kann gezielt gegensteuern – mit regelmäßigen Pausen, ausgeschalteter Selbstansicht und flexibleren Meeting-Formaten.

Zoom-Müdigkeit in der Online-Psychotherapie

Diese Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, Videokonferenzpraktiken anzupassen, um Wohlbefinden in digitalen Umgebungen zu schützen. Das Problem betrifft nicht nur die Arbeit: Auch Online-Psychotherapiesitzungen bleiben davon nicht verschont – sowohl bei Therapeut:innen als auch bei Klient:innen.

Die lange, intensive Konzentration in virtuellen Therapiesitzungen trägt oft zu mentaler und emotionaler Erschöpfung bei, weil nonverbale Hinweise und feine emotionale Signale über einen Bildschirm beobachtet werden müssen – schwieriger als im persönlichen Kontakt. Studien zur Teletherapie nennen mehrere Faktoren, die der allgemeinen Zoom-Fatigue-Forschung ähneln.

Hauptgründe für Zoom-Müdigkeit in der Teletherapie

  • Intensive Beobachtung nonverbaler und emotionaler Signale über den Bildschirm.
  • Hohe Dauerkonzentration über die gesamte Sitzungslänge.
  • Eingeschränkte Körpersprache und Raumwahrnehmung auf beiden Seiten.
  • Selbstansicht und „Spiegelangst" – auch bei Therapeut:innen.
  • Technische Störungen, die den therapeutischen Fluss unterbrechen.
  • Fehlende räumliche Trennung zwischen Privat- und Therapieraum im Homeoffice.

Wie du Zoom-Müdigkeit reduzierst

Gegen Zoom-Müdigkeit helfen nicht nur Pausen, sondern erprobte Strategien, die Therapeut:innen und Klient:innen gleichermaßen entlasten. Online-Therapie hat den Zugang zu psychischer Unterstützung erweitert – mit dem Bewusstsein für virtuelle Müdigkeit kannst du Sitzungen so gestalten, dass diese Effekte kleiner werden.

1. Pausen und alternative Formate fördern

Regelmäßige Bildschirmpausen verringern die mentale Ermüdung bei längeren Videositzungen. Baue kurze Pausen ein oder wechsle bei Bedarf kurzzeitig in den reinen Audiomodus, um Klient:innen und Therapeut:innen eine visuelle Pause zu geben. Auch Aktivitäten oder Gespräche abseits des Bildschirms schaffen eine entspanntere Atmosphäre.

2. Kameraposition anpassen und Bewegung zulassen

Eine Kamera auf Augenhöhe und ein angenehmer Abstand zum Bildschirm verringern die Belastung durch intensiven Augenkontakt. Bewege dich während der Sitzung lieber leicht, statt in einer starren Haltung zu verharren. Sanftes Dehnen oder kleine Anpassungen reduzieren körperliches Unbehagen.

3. Selbstansicht ausblenden

Die ständige Selbstbeobachtung verstärkt das Selbstbewusstsein und lenkt von der therapeutischen Interaktion ab. Studien zeigen, dass das Ausblenden der Selbstansicht die „Spiegelangst" verringert und die Konzentration verbessert. Viele Plattformen – auch Digital Samba – erlauben es, das eigene Video für dich auszublenden, während es für andere sichtbar bleibt.

4. Grenzen zwischen Privat- und Therapieraum ziehen

Ein fester Ort in der Wohnung, der nur für Therapiesitzungen genutzt wird, stärkt die mentalen Grenzen und erleichtert das Abschalten danach. Ermutige deine Klient:innen, dasselbe zu tun, um Therapie und Alltag mental zu trennen.

5. Emotionale Präsenz mit Achtsamkeit stärken

Achtsamkeitsübungen vor der Sitzung helfen Therapeut:innen, präsenter zu sein und die kognitive Belastung beim Verfolgen der Emotionen online zu senken. Einfache Techniken wie tiefes Atmen oder Erdungsübungen helfen beiden Seiten, zentriert in die Sitzung zu starten – das kann die Ermüdung über die Zeit verringern.

Häufige Fragen

Was ist Zoom-Fatigue?

Zoom-Fatigue, auch Zoom-Müdigkeit, ist die mentale und körperliche Erschöpfung durch häufige und lange Videokonferenzen. Sie äußert sich unter anderem in Konzentrationsproblemen, Stress und dem Gefühl, ausgebrannt zu sein.

Was verursacht Zoom-Müdigkeit?

Zu den Hauptursachen zählen intensiver Augenkontakt, erhöhte kognitive Belastung beim Deuten nonverbaler Signale, die ständige Selbstansicht sowie eingeschränkte Bewegung und Leistungsdruck.

Wie kann ich Zoom-Müdigkeit reduzieren?

Hilfreich sind regelmäßige Bildschirmpausen, das Ausblenden der Selbstansicht, kurze Audio-Phasen, eine Kamera auf Augenhöhe und mehr Bewegung sowie klare Grenzen zwischen Arbeits- und Privatraum.

Warum sind Therapeut:innen besonders von Zoom-Müdigkeit betroffen?

Virtuelle Therapiesitzungen erfordern hohe Dauerkonzentration und das genaue Beobachten emotionaler und nonverbaler Signale über den Bildschirm. Das ist anstrengender als der persönliche Kontakt und begünstigt Erschöpfung.

Hilft der Wechsel in den Audiomodus gegen Zoom-Müdigkeit?

Ja. Kurze Audio-Phasen geben den Augen eine Pause und senken die kognitive Belastung durch die ständige Verarbeitung von Bildinformationen. Das kann Müdigkeit bei längeren Sitzungen spürbar verringern.

Digital Samba für die virtuelle Therapie

Diese Tipps beruhen auf aktuellen Erkenntnissen zur Zoom-Müdigkeit und geben Therapeut:innen wie Klient:innen praktische Wege, Erschöpfung zu verringern und die Qualität virtueller Sitzungen zu verbessern. Einige Funktionen von Digital Samba unterstützen diese Strategien direkt:

  • Reine Audio-Räume – für visuelle Pausen, ohne die Sitzung zu verlassen.
  • Video-Weichzeichner und Anonymisierung – reduzieren Ablenkung und „Spiegelangst".
  • Breakout-Räume – für kleinere, ruhigere Gesprächssettings.
  • Browserbasiert, ohne Installation – auch mobil nutzbar, für mehr Flexibilität bei Ort und Haltung.
  • EU-Hosting, DSGVO-konform und optional Ende-zu-Ende-verschlüsselt – relevant für sensible Therapiedaten.

So lassen sich virtuelle Sitzungen komfortabler gestalten und der Müdigkeit vorbeugen. Mehr über Digital Samba für Telehealth erfahren.

Quellen:

  1. Bailenson, J. N. (2021). Nonverbal Overload: A Theoretical Argument for the Causes of Zoom Fatigue. Technology, Mind, and Behavior, 2(1).
  2. Fauville, G., Luo, M., Queiroz, A. C. M., Bailenson, J. N., & Hancock, J. (2021). Zoom Exhaustion & Fatigue Scale. Computers in Human Behavior Reports, 4.
  3. Shockley, K. M. et al. (2021). The fatiguing effects of camera use in virtual meetings. Journal of Applied Psychology, 106(8).
  4. Wiederhold, B. K. (2020). Connecting Through Technology During the Coronavirus Disease 2019 Pandemic: Avoiding "Zoom Fatigue". Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, 23(7).
  5. Nesher Shoshan, H., & Wehrt, W. (2022). Understanding "Zoom fatigue": A mixed-method approach. Applied Psychology, 71(3), 827–852.
  6. Geller, S. (2020). Cultivating online therapeutic presence: strengthening therapeutic relationships in teletherapy sessions. Counselling Psychology Quarterly, 34(3–4), 687–703.